Pressemitteilung:Shalompreis 2026 für die afghanische Menschenrechtsaktivistin Humaira Rasuli

Eichstätt. Der Arbeitskreis Shalom der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt (KU) verleiht den Shalompreis 2026 an die afghanische Menschenrechtsaktivistin Humaira Rasuli. Die Preisverleihung findet am 14. Juni 2026 in Eichstätt statt.

Humaira Rasuli ist Mitgründerin und Leiterin der Women for Justice Organization (WJO), einer von Frauen geführten zivilgesellschaftlichen Organisation aus Afghanistan. Die Organisation wurde 2018 gegründet und setzt sich für die Unterstützung von Frauen und Mädchen ein, die von Gewalt, Krieg und familiären Konflikten betroffen sind.

Die WJO gehört zu den wenigen von Frauen geleiteten Organisationen, die weiterhin in Afghanistan tätig sind. Mit einem Team aus psychosozialen Beraterinnen arbeitet die Organisation derzeit in mehreren Provinzen Afghanistans. Dort bietet sie Unterstützung für Frauen und Mädchen an, die unter den Folgen von Gewalt, Trauma und schwierigen Lebensbedingungen leiden. In Beratungszentren, die unter anderem in öffentlichen Gesundheitszentren angesiedelt sind, erhalten Betroffene individuelle und gruppenbasierte Begleitung. Ziel ist es, Frauen dabei zu helfen, traumatische Erfahrungen zu verarbeiten, neue Bewältigungsstrategien zu entwickeln und ihre psychische Stabilität zu stärken. Darüber hinaus begleitet die Organisation Frauen auch während medizinischer Behandlungen in Krankenhäusern und unterstützt sie in akuten Krisensituationen. Ergänzend dazu organisiert die WJO Gruppenangebote, im Rahmen derer Frauen Informationen zu Gesundheit, Selbstfürsorge sowie praktische Unterstützung im Umgang mit schwierigen Lebenssituationen erhalten.

Jährlich begleitet die Organisation auf diese Weise mehr als 2.000 Frauen, die von Gewalt, Kriegserfahrungen oder familiären Konflikten betroffen sind. Die Arbeit findet unter äußerst schwierigen politischen und gesellschaftlichen Bedingungen statt. Seit der Machtübernahme der Taliban im Jahr 2021 sind Frauen und Mädchen in Afghanistan in vielen Bereichen des öffentlichen Lebens stark eingeschränkt. Gleichzeitig sind zahlreiche Unterstützungsangebote für Betroffene von Gewalt weggefallen. Organisationen wie WJO gehören zu den wenigen Initiativen, die weiterhin konkrete Hilfe leisten. Humaira Rasuli lebt heute im Exil, arbeitet jedoch weiterhin eng mit ihrem Team in Afghanistan zusammen und engagiert sich international dafür, dass die Situation von Frauen und Mädchen in Afghanistan sichtbar bleibt.

„Humaira Rasuli zeigt mit ihrem Engagement großen Mut und eine beeindruckende Beharrlichkeit“, sagt Ulrike Schurr-Schöpfel, Sprecherin des Arbeitskreises Shalom. „Gerade in einer Zeit, in der die Gleichstellung von Frauen weltweit unter Druck steht und grundlegende Rechte vielerorts infrage gestellt werden, ist ihr Engagement ein kraftvolles Zeichen der Hoffnung und der Menschlichkeit. Mit dem Shalompreis möchten wir diesen mutigen Einsatz sichtbar machen und würdigen.“

Der Shalompreis wird seit 1981 vergeben und zeichnet jährlich Personen oder Initiativen aus, die sich in besonderer Weise für Menschenrechte, Gerechtigkeit und Frieden einsetzen.

Kontakt:

Arbeitskreis Shalom, Katholische Universität Eichstätt-Ingolstadt

www.ak-shalom.org, ak-shalom@posteo.de